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Throwback in die Mitte der 90er – Latosa Escrima

Beim Herumstöbern in alten Kisten …

Throwback: Vor rund 30 Jahren auf einem Escrima-Lehrgang

Manchmal findet man beim Aufräumen Dinge, die einen sofort wieder in eine andere Zeit versetzen.

Dieses alte Foto erinnert uns an einen Escrima-Lehrgang vor rund 30 Jahren – gemeinsam mit zwei Persönlichkeiten, die die Entwicklung des Escrima in Europa nachhaltig geprägt haben:

Großmeister René Latosa und Großmeister Bill Newman.

Für alle, die mit den Philippinischen Kampfkünsten – den Filipino Martial Arts (FMA) – nicht ganz so vertraut sind, stellt sich vielleicht die Frage:

Wer sind die beiden eigentlich?

Zwei prägende Persönlichkeiten des Escrima

GM René Latosa gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der europäischen Escrima-Geschichte. Mit seinem auf Konzepten basierenden Ansatz hat er Generationen von Escrimadores beeinflusst und wesentlich dazu beigetragen, die philippinischen Kampfkünste in Europa bekannt und weiterentwickelbar zu machen.

GM Bill Newman zählt ebenfalls zu den wichtigen Wegbereitern des Escrima in Europa. Über Jahrzehnte hat er das Training und die Verbreitung des Escrima geprägt und sein Wissen an zahlreiche Schüler und Lehrer weitergegeben.

Für uns sind diese Namen nicht nur ein Stück Geschichte.

Wir haben diese Entwicklung selbst erlebt und waren vor rund drei Jahrzehnten mitten in dieser Ausbildungs- und Lehrgangskultur dabei.

Konzepte statt Technik-Sammlung

Das von René Latosa geprägte Escrima steht für einen stark konzeptionellen und praxisorientierten Ansatz.

Im Mittelpunkt stehen nicht möglichst viele auswendig gelernte Techniken, sondern grundlegende Prinzipien und Attribute wie Balance, Power, Fokus und Timing.

Solche Konzepte sind nicht auf eine einzelne Technik beschränkt.

Sie lassen sich auf unterschiedliche Situationen, Bewegungen und Distanzen übertragen und bilden dadurch ein Fundament, auf dem sich individuelle Fähigkeiten entwickeln können.

Gerade diese konzeptionelle Herangehensweise hat uns am Escrima von Anfang an fasziniert.

Vom Ursprung zu unserem heutigen Training

Was hat das nun mit unserem heutigen Escrima-Unterricht im SCHUTZKOMPASS zu tun?

Eine ganze Menge.

Unser heutiger Unterricht ist in erster Linie vom Avci Escrima geprägt. Als Instructoren im Latosa Escrima vergessen wir dabei jedoch nicht, wo wichtige Grundlagen und Impulse unseres Trainings ihren Ursprung haben.

Denn Entwicklung bedeutet nicht, seine Wurzeln hinter sich zu lassen.

Im Gegenteil:

Wer verstehen möchte, wie sich ein System entwickelt hat, sollte auch seine Ursprünge kennen.

Die von René Latosa geprägten Konzepte gehören deshalb für uns zum historischen und fachlichen Fundament unseres Escrima-Verständnisses.

Gleichzeitig hat sich das Escrima über die Jahre weiterentwickelt.

Das Escrima, das wir heute hauptsächlich im SCHUTZKOMPASS unterrichten, trägt die eigene Handschrift und Interpretation von Großmeister Salih Avci und ist entsprechend durch dessen Erfahrung, Verständnis und praktische Ausrichtung geprägt.

So entsteht eine Verbindung zwischen den Wurzeln und dem heutigen Training.

Tradition bedeutet nicht Stillstand

Für uns bedeutet das Studium des Escrima nicht, eine bestimmte Entwicklung möglichst unverändert zu konservieren.

Kampfkunst lebt davon, dass Menschen Erfahrungen sammeln, Dinge hinterfragen, ausprobieren und weiterentwickeln.

Dabei sollte man seine Herkunft nicht vergessen.

Wir sehen es deshalb als wichtigen Bestandteil unserer Ausbildung, die Ursprünge und grundlegenden Konzepte des Escrima zu kennen und zu verstehen – auch wenn unser heutiger Unterricht hauptsächlich auf dem Avci Escrima basiert.

Gerade darin liegt für uns ein besonderer Reiz:

Man kann die Wurzeln kennen, ohne stehen zu bleiben.

Und man kann ein System weiterentwickeln, ohne seine grundlegenden Prinzipien aus den Augen zu verlieren.

Das alte Foto ist deshalb für uns mehr als nur eine Erinnerung an einen Lehrgang vor rund 30 Jahren.

Es erinnert uns auch daran, dass unser heutiges Training Teil einer Entwicklung ist, die lange vor unserer eigenen Zeit begonnen hat.

Wir sind dankbar, einige dieser Menschen und Wegbereiter persönlich erlebt, von ihnen gelernt und einen Teil dieser Entwicklung selbst miterlebt zu haben.

Und vielleicht ist genau das eine der schönen Seiten der Kampfkunst:

Man trainiert im Heute – aber man vergisst nicht, woher man kommt.

Lars Kirz & David Kropfgans

SCHUTZKOMPASS
Gebr. Kropfgans

 

 

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