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Meister müssen Schüler sein

Lernen hört nicht mit dem Meistergrad auf

Für die Qualität unseres Unterrichts reicht es aus unserer Sicht nicht, irgendwann einen bestimmten Grad oder Titel erreicht zu haben.

Wer andere Menschen unterrichtet, trägt Verantwortung.

Deshalb gehören regelmäßige Fortbildung und die eigene Weiterentwicklung für uns selbstverständlich zu unserem Weg.

Wir nehmen regelmäßig an Ausbilderfortbildungen teil, die von unserem langjährigen Lehrer GM Salih Avci geleitet werden. Auch außerhalb dieser Lehrgänge besuchen wir ihn regelmäßig in der Akademie Köln, um uns persönlich weiter unterweisen zu lassen und unsere eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Denn zum lebenslangen Studium der Kampfkünste gehört für uns nicht nur das eigene technische Training.

Auch die Frage, wie Wissen vermittelt wird, spielt eine entscheidende Rolle.

Wer aufhört zu lernen, hört irgendwann auch auf, besser zu werden.

Unterricht ist mehr als Technik

Ein professioneller Unterricht braucht aus unserer Sicht mehr als einen guten Praktiker.

Ein Lehrer muss sein Fach beherrschen – aber er muss auch in der Lage sein, dieses Wissen verständlich, verantwortungsvoll und zielgruppenorientiert weiterzugeben.

Deshalb beschäftigen wir uns seit vielen Jahren auch intensiv mit Unterrichtsmethodik und -didaktik, Trainingslehre und unterschiedlichen Formen der Wissensvermittlung.

Gleichzeitig interessiert uns, wie andere Kampfkünste und Kampfsportarten an bestimmte Fragestellungen herangehen.

Nach mehreren Jahrzehnten eigener Erfahrung betrachtet man manche Dinge mit einem anderen Blick.

Bewegungen, Trainingsmethoden und Konzepte, die man früher vielleicht isoliert betrachtet hat, lassen sich mit zunehmender Erfahrung in größere Zusammenhänge einordnen.

Man erkennt Gemeinsamkeiten.

Man erkennt Unterschiede.

Und manchmal erkennt man, dass eine vermeintlich neue Idee eigentlich ein sehr alter Gedanke ist.

Genau diese Auseinandersetzung empfinden wir als Bereicherung.

Brücken bauen statt Mauern hochziehen

Wir haben nie verstanden, warum Kampfkünste ausschließlich innerhalb der Grenzen des eigenen Systems betrachtet werden sollten.

Deshalb suchen wir bewusst den Austausch mit anderen Stilrichtungen und Lehrern.

Nicht, um das eigene System ständig zu verändern.

Nicht, um herauszufinden, welcher Stil „der beste“ ist.

Sondern um zu verstehen, zu hinterfragen und weiterzulernen.

Kyokushin Karate

Das Wochenende 08./09. Juni 2024 stand für uns deshalb ganz im Zeichen der eigenen Entwicklung.

Am Samstag, den 08. Juni, nahm Lars Kirz erneut erfolgreich an einem Prüfungslehrgang im Kyokushin Karate bei Sensei Juan Pedro Lemes Duarte (IKO) teil.

Kyokushin gehört zu den besonders kampforientierten Karate-Stilrichtungen. Die körperliche Robustheit des Trainings, die konsequente Arbeit am Kampfverhalten und die damit verbundene Trainingsmethodik bieten aus unserer Sicht zahlreiche interessante Anknüpfungspunkte für die persönliche Entwicklung.

Auch hier geht es uns nicht darum, einen anderen Stil zu kopieren.

Vielmehr möchten wir verstehen, welche Erfahrungen und Prinzipien sich auf den eigenen Weg übertragen lassen – und welche nicht.

Dōmo arigatōgozaimasu, Sensei Juan, für die Möglichkeit dieser Weiterbildung.

OSU!

Muay Boran – eine weitere Tür

Auch für die thailändischen Kampfkünste begeistern wir uns seit vielen Jahren.

David Kropfgans war früher selbst als Wettkämpfer aktiv. Die Beschäftigung mit den thailändischen Kampfkünsten gehört daher ebenfalls zu unserem persönlichen Erfahrungsschatz.

Wie könnte man einen solchen Zugang besser vertiefen, als sich von einem erfahrenen und hochgraduierten Lehrer unmittelbar unterweisen zu lassen?

Zu Beginn des Jahres 2024 haben wir deshalb gemeinsam eine Trainerqualifizierung im Muay Boran begonnen. Die modular aufgebaute Qualifizierung wird über einen längeren Zeitraum von GM Ralf Kussler geleitet.

Der Einstieg in diese besondere Ausbildungsmaßnahme war auch aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen in den Kampfkünsten möglich.

Am 09. Juni 2024 fand erneut ein rund siebenstündiges Modul aus Theorie und Praxis statt.

Muay Boran eröffnet dabei ein weiteres faszinierendes Kampfkunstuniversum.

Es umfasst traditionelle thailändische, waffenlose Kampftechniken und steht für einen über Jahrhunderte gewachsenen Erfahrungsschatz.

Aus der Entwicklung der traditionellen thailändischen Kampfkünste entstand schließlich auch das moderne Muay Thai.

Für uns bietet Muay Boran deshalb nicht nur technisch interessante Inhalte. Auch die dahinterliegenden Bewegungsprinzipien, Trainingsmethoden und historischen Zusammenhänge sind ausgesprochen spannend.

Natürlich kann man eine solche Kampfkunst nicht innerhalb eines Jahres „erlernen“.

Eine Trainerqualifizierung ist für uns daher auch kein Abschluss.

Sie ist eine Tür.

Eine Tür zu einem weiteren Weg, der vermutlich noch viele Jahre des Studierens, Trainierens und Verstehens erfordern wird.

Wir freuen uns sehr und bedanken uns bei GM Ralf Kussler, dass er uns diesen Zugang ermöglicht.

Keine geschenkten Graduierungen

Bei aller Begeisterung für Fortbildung und neue Erfahrungen gibt es für uns einen Grundsatz, von dem wir nicht abrücken:

Graduierungen werden nicht verschenkt.

Wir beide bestehen darauf, uns keine Gürtelfarben oder Grade verleihen zu lassen, die wir nicht durch entsprechende Leistung erworben haben.

Eine eigene Graduierung muss für uns verdient sein.

Mit Training.
Mit Disziplin.
Mit Schweiß.
Mit Rückschlägen.
Und manchmal auch mit Schmerz.

Denn ein Grad sollte nicht nur etwas über das Wissen eines Menschen aussagen.

Er sollte auch etwas über seinen Weg dorthin erzählen.

Schüler bleiben

Unabhängig von erreichten Graduierungen oder Titeln betrachten wir uns weiterhin als Schüler.

Schüler der Kampfkünste.
Schüler unserer Lehrer.
Und Schüler des Lebens.

Meisterschaft bedeutet für uns deshalb nicht, irgendwann „fertig“ zu sein.

Im Gegenteil.

Je mehr man lernt, desto größer wird das Bewusstsein dafür, wie viel man noch nicht weiß.

Ein Meister misst sich aus unserer Sicht nicht daran, wie viele Menschen zu ihm aufschauen.

Meisterlich handelt vielmehr derjenige, der ohne Ego unterrichtet, Verantwortung übernimmt und das eigene Lernen niemals einstellt.

Es darf einem erfahrenen Praktiker nicht unangenehm sein, irgendwo wieder Anfänger zu sein.

Im Gegenteil:

Wer sich traut, wieder Anfänger zu sein, bleibt lernfähig.

NO EGO AMIGO

In unserer Schule in Borken hängt deshalb eingerahmt ein kurzer Satz über der Tür:

NO EGO AMIGO

Eine kleine Erinnerung.

Für unsere Schüler.

Für unsere Lehrer.

Und auch für uns selbst.

Denn letztlich geht es bei all den Lehrgängen, Prüfungen, Graduierungen und Erfahrungen immer wieder um dasselbe:

Trainieren. Lernen. Verstehen. Weitergehen.

Nicht perfekt.

Aber niemals fertig.

#justtraining
#noego
#bescheidenheit
#respekt
#nichtperfekt

Lars Kirz & David Kropfgans

Gebrüder Kropfgans GbR

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