Kompetenz, Qualität und Vorsprung durch Leidenschaft und Fortbildung

Qualität entsteht nicht durch Stillstand
Warum trainieren zwei Menschen nach rund 40 Jahren Kampfkunst immer noch bei anderen Lehrern?
Eine berechtigte Frage.
Wir – Lars Kirz und David Kropfgans – beschäftigen uns seit rund 40 Jahren mit verschiedenen Kampfkünsten, Kampfsportarten und der Selbstverteidigung. Seit 1997 unterrichten wir in eigenen Schulen, bilden Schüler und Lehrer aus, führen Seminare und Schulungsmaßnahmen durch und entwickeln Konzepte für unterschiedliche Zielgruppen.
Man könnte also irgendwann zu dem Schluss kommen:
Irgendwann muss man doch genug wissen.
Wir sehen das anders.
Gerade wer lange unterrichtet, sollte sich regelmäßig fragen, ob das eigene Wissen tatsächlich noch zeitgemäß ist, ob die eigenen Bewegungsmuster noch funktionieren, ob die Unterrichtsmethodik noch passt und ob es vielleicht andere Perspektiven gibt, die den eigenen Horizont erweitern können.
Genau deshalb trainieren wir weiter.
Nicht nur das Eigene kennen
Unser tägliches Training ist selbstverständlich von den Systemen geprägt, die wir selbst unterrichten. Gleichzeitig war unser Ausbildungsweg nie auf eine einzige Kampfkunst beschränkt.
Seit Jahrzehnten beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Konzepten aus Kampfsportarten und Kampfkünsten.
Für uns gehört beides zusammen: das Verständnis des heutigen eigenen Systems und die Kenntnis seiner historischen und konzeptionellen Ursprünge.
Dabei interessieren uns nicht nur Techniken.
Uns interessieren die dahinterliegenden Prinzipien.
- Wie wird Kraft erzeugt
- Wie wird Distanz interpretiert?
- Wie wird mit Druck und Stress gearbeitet?
- Welche Bewegungen sind unter realistischen Bedingungen sinnvoll?
- Wie wird ein Schüler an komplexe Inhalte herangeführt?
Und vor allem:
Was können wir von einem anderen Ansatz lernen, ohne unsere eigene Identität aufzugeben?
Der Blick über den eigenen Tellerrand
Deshalb besuchen wir auch heute noch Seminare und Lehrgänge anderer Stilrichtungen und beschäftigen uns mit unterschiedlichen Trainings- und Kampfsystemen.
Auch beim Escrima ist uns dieser Blick über den eigenen Tellerrand wichtig. Wir verfolgen die Entwicklung unterschiedlicher Interpretationen und vergessen dabei nicht die Ursprünge. Insbesondere beschäftigen wir uns intensiv mit den Spuren des Latosa Escrima.
Lars Kirz ist als Latosa-Escrima-Instructor 1 qualifiziert.
Für uns bedeutet das nicht, unterschiedliche Systeme miteinander zu vermischen. Vielmehr geht es darum, Entwicklungen nachvollziehen, unterschiedliche Interpretationen verstehen und die jeweiligen konzeptionellen Ansätze einordnen zu können.
Auch andere Kampfkünste gehören zu unserem persönlichen Ausbildungsweg.
Wir beschäftigen uns beispielsweise mit Muay Thai, zeitweise mit dem Muay Boran und nutzen entsprechende Lehrgänge und Seminare, um andere Trainingsansätze kennenzulernen, – zuletzt nahmen wir an einer Seminarreihe teil, welche von GM Ralf Kussler geleitet wurde.
Gleichzeitig sind wir aktive Karateka.
Wir sind Mitglieder im Kuroi Sasori Dojo e. V., das dem Deutschen Karate Verband (DKV) angeschlossen ist und von M. Weller (6. Dan Karate) geleitet wird.
Wir beide tragen den Shodan, Schwarzgurt im Karate, nach Richtlinien des Deutschen Karate Verbandes (DKV / Prüfung durch Dr. Sigi Wolf und Michael Weller).
Auch das Kyokushin Karate gehört zu unserem persönlichen Ausbildungsweg.
Lars trainiert bis heute aktiv Kyokushin Karate. Geprägt wurde sein Zugang zu diesem ausgesprochen kampforientierten und körperlich fordernden Karatestil unter anderem durch Juan Pedro Lemes Duarte Sensei (3. Dan Kyokushin, IKO), bei dem er über einen längeren Zeitraum trainierte.
Die dort gewonnenen Erfahrungen haben seinen Blick auf Karate und die kämpferische Auseinandersetzung nachhaltig erweitert.
Lars ist weiterhin Mitglied in der International Karate Organization (IKO).
Für uns ist das kein Sammeln von Graduierungen oder Verbandszugehörigkeiten.
Es geht vielmehr darum, unterschiedliche Trainingskulturen und Interpretationen kennenzulernen und daraus den eigenen Erfahrungsschatz zu erweitern.
Was bleibt, wenn man miteinander vergleicht?
Der Kontakt mit anderen Stilen verändert nicht automatisch das eigene System.
Er kann aber den Blick darauf verändern.
Wer sich ernsthaft mit unterschiedlichen Kampf- und Trainingskonzepten auseinandersetzt, erkennt häufig deutlicher, warum das eigene System bestimmte Wege geht – und wo dessen besondere Stärken und Grenzen liegen.
Man entdeckt Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede.
Man stellt fest, dass manche Prinzipien in ganz unterschiedlichen Kampfkünsten wiederzufinden sind, während andere Lösungen stark von der jeweiligen Trainingsphilosophie, den Zielsetzungen und den Rahmenbedingungen eines Systems geprägt werden.
Für uns ist genau dieser Vergleich interessant.
Nicht jede fremde Idee muss übernommen werden. Nicht jede Trainingsmethode passt zu unserem eigenen Unterricht.
Aber jede ernsthafte Auseinandersetzung mit einem anderen Ansatz kann Anlass sein, die eigene Sichtweise zu überprüfen.
Nicht alles übernehmen. Nicht alles ablehnen. Erst einmal verstehen.
Das ist für uns ein wichtiger Bestandteil einer offenen und ernsthaften Ausbildung.
Training ohne Visitenkarte
Ein wichtiger Teil unseres persönlichen Trainings ist deshalb der Austausch mit anderen Kampfsportlern und Kampfkünstlern.
Dabei spielt es für uns keine große Rolle, welchen Gürtel jemand trägt oder welchen Stil er betreibt.
Wenn jemand etwas kann, von dem wir lernen können, ist das interessant.
Wir brauchen keine Bühne, um zu trainieren.
Wir müssen niemandem beweisen, dass wir Lehrer sind.
Im Training sind wir zunächst einmal Trainingspartner und Schüler.
Diese Haltung ermöglicht es, offen zu bleiben.
Und Offenheit ist aus unserer Sicht eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, sich tatsächlich weiterzuentwickeln.
Lehrer zu sein bedeutet Verantwortung
Unsere Fortbildung endet allerdings nicht beim eigenen praktischen Training.
Wer andere Menschen unterrichtet, übernimmt Verantwortung.
Deshalb beschäftigen wir uns ebenso mit Unterrichtsmethodik, Didaktik, Trainingslehre, Erwachsenenbildung, Gewaltprävention und modernen Ansätzen der Wissensvermittlung.
Denn zwischen etwas können und jemandem etwas beibringen können liegt ein erheblicher Unterschied.
Ein guter Praktiker muss nicht automatisch ein guter Lehrer sein.
Und ein guter Lehrer muss wiederum bereit sein, selbst weiterzulernen.
Diese Überzeugung prägt auch die Ausbildung unserer eigenen Lehrer und Dozenten.
Auch außerhalb der Matte geht Lernen weiter
Unsere berufliche Tätigkeit fließt ebenfalls in unser Verständnis von Selbstschutz und Ausbildung ein.
Als Beamte im gehobenen Staatsdienst einer Sicherheitsbehörde erleben wir, dass theoretische Modelle und tatsächliche Situationen nicht immer deckungsgleich sind.
Diese Erfahrungen – ebenso wie unsere jahrzehntelange praktische Beschäftigung mit Kampfkunst und Selbstverteidigung – beeinflussen unsere Arbeit.
Dabei geht es nicht darum, eine einzelne Methode zur alleinigen Wahrheit zu erklären.
Es geht darum, Zusammenhänge zu erkennen.
Warum wir das alles machen
Natürlich könnten wir unsere Freizeit auch anders verbringen.
Nach Jahrzehnten des Trainings wäre es vermutlich einfacher, nur noch das zu unterrichten, was wir bereits kennen.
Aber genau das wäre nicht unser Verständnis von Kampfkunst.
Wir wollen wissen, was andere machen.
Wir wollen andere Trainingskulturen erleben.
Wir wollen uns auch einmal in Situationen bringen, in denen wir etwas nicht sofort beherrschen.
Wir wollen Fragen stellen.
Und manchmal wollen wir feststellen, dass jemand anderes einen Gedanken bereits viel früher hatte, auf den wir selbst erst noch kommen mussten.
Das hält Kampfkunst für uns lebendig.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir auch nach rund 40 Jahren noch immer mit derselben Begeisterung trainieren.
Nicht weil wir glauben, irgendwann alles zu können.
Sondern weil wir wissen, dass es immer noch etwas zu entdecken gibt.
Lars Kirz und David Kropfgans
Gebr. Kropfgans
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